Fußballtrainer-Praxistipp: Pass, Schuss - und dann?

Denkanstoß zur Weiterentwicklung von Übungsformen

Autor:Björn Burhenne, Trainer U15, U17, U19, Camp-Trainer einer Fußballschule Aktuell: Seniorentrainer in Oberbayern, C-Lizenz Breitensport, C-Lizenz Leistungssport, Life Kinetik Premium Coach

Es gibt hunderte, wenn nicht tausende hervorragender Übungen, die alle nach dem gleichen Schema aufgebaut sind - Hütchen, Ringe, Bälle die oftmals nach einer Passkombination damit enden, dass der Ball entweder aus dem Tor, oder weiter dahinter geholt wird und sich der Spieler neu anstellt.

Soweit, so gut! Oder eben nicht - da wir gerade im Breitensport sehr wenig Trainingszeit haben und diese möglichst effektiv genutzt werden soll, ohne die Kinder und Jugendlichen dabei zu überfordern, habe ich mir den Rückweg zum Anstellen zu eigen gemacht und baue hier weitere koordinative Herausforderungen mit technischen Übungen ein. Der Aufwand dabei ist wie ihr bei der Beispielübung sehen könnt sehr gering, der Nutzen auf Dauer dafür gewaltig.

Fußballtrainer-Praxistipp
©Soccerdrills.de

Standard: Störungen mit langen Wartezeiten

Betrachten wir die Übung in der nebenstehenden Grafik (A), welche im Aufbau, der Organisation und auch im Ablauf sehr einfach ist. Neben einem Tor mit Torhüter stellen wir auf beiden Seiten eine beliebige Anzahl Hütchen in einem, dem Alter der Spieler angepassten Abstand und lassen sie durch die Reihe dribbeln. Am Ende kann ich dann bei Bedarf eine Wende oder einen Richtungswechseltrick durchführen lassen, bevor die Übung mit einem Torabschluss beendet wird.

Jetzt laufen die Jungs und Mädels oft quer durch die Übung um ihren Ball zu holen, behindern so nicht nur den Übungsablauf, sondern verlieren auch schnell die Konzentration - was sich in unsauberen Übungsausführungen wiederspiegelt.

Denkanstoß  zur Weiterentwicklung von Übungsformen
©Soccerdrills.de

Lösung - zusätzliche Aufgaben

An dieser Stelle habe ich mir Gedanken gemacht, wie ich gleichzeitig die Konzentration aufrecht erhalten und zusätzlich noch im koordinativen oder technischen Bereich Reize setzen kann. Ich bin mir der Tatsache bewusst, dass ich mit dieser Übung das Rad nicht neu erfunden habe - aber vielen Trainern sicher einen wertvollen Denkanstoß geben kann.

Die Übung wird um ein paar Hürden oder Koordinationsringe erweitert (Grafik B).

Mit der zeitgleichen Aufgabenstellung, nach dem Torabschluss auf der gegenüberliegenden Seite eine koordinative Aufgabe auszuführen und erst dann den Ball zu holen, ist das Problem der quer durch die Übung laufenden Spieler gelöst.

Gleichzeitig erfüllen sie eine koordinative Aufgabe, anstelle lediglich zum Ball zu laufen und die Übung von vorne zu beginnen. Bei größeren Gruppen lasse ich die Spieler auch gerne noch 10 Mal den Ball jonglieren, bevor sie sich auf der gegenüberliegenden Seite anstellen dürfen. So ist gewährleistet, das einfache Übungen nicht langweilig werden, die Kinder stets und ständig in Bewegung sind und die kurze Trainingszeit optimal genutzt werden kann.

Der Fantasie eines Trainers bei der Abwandlung von Übungen sind keine Grenzen gesetzt und so kann von den kleinen bis hin zu den großen Fußballern und Fußballerinnen in verschiedensten Formen trainiert werden!

Viel Erfolg und Spaß beim Ergänzen der Übungsabläufe,
Björn Burhenne