Was macht der Ribéry im Kühlschrank?

Die Gegner müssen sich warm anziehen

Was macht der Ribéry  im Kühlschrank?
©KENCKOphotography/Shutterstock.com

Einige deutsche Profivereine verfügen bereits über eine Kältekammer, so zum Beispiel Leverkusen. Chelsea besitzt solche menschlichen Kühlschränke und in Spanien sind sie zwischenzeitlich auch häufiger zu sehen.

Immer nur "einheizen" war den Profis nicht genug, jetzt wird gefroren und das gleich in verschiedenen Stufen: minus 10 Grad, minus 60 Grad und minus 110 Grad.

Das ist nicht neu, wird jetzt aber wieder aktuell, nachdem Bilder von Ribery im "Icelab" gezeigt wurden. Leverkusen hat für sein Drei-Kammern-Kühlhaussystem bereits 2009 150.000 Euro ausgegeben.

Wozu ist das gut?

Dies erklärt Leverkusens Leistungsdiagnostiker Dr. Holger Broich damit, dass durch Kältetherapie eine schnellere Regeneration stattfindet und durch die trockene Kälte die Blutzirkulation besser aktiviert wird. Ideal für Verletzungen an den Bändern und bei Blutergüssen.

Bei Ribéry sollte die eisige "Kryotherapie" mit minus 110 Grad dem Muskelkater vorbeugen. Fit wird er sein und die EM ohne Muskelprobleme überstehen, wir werden das beobachten.

Höhere Belastung möglich

Bei solchen Anschaffungen im Profisport geht es immer darum, die Leistung zu steigern oder eine schnellere Regeneration zu fördern. Der Sportwissenschaftler Helmut Hoffmann stellt dazu fest, das ein Hobbysportler drei Monate intensiv trainieren muss, um seine Leistung um 5% zu steigern. Ein Leistungssportler benötigt aber zwei Jahre, um seine Leistung um 2% zu erhöhen. Durch die trockene Kälte werden die Gefäße unter der Haut geschlossen und dadurch das Blut zurückgedrängt, dadurch steht es viel intensiver zur Versorgung der Muskeln zur Verfügung.

Geht jetzt ein Spitzensportler kurz vor dem Wettkampf oder Training in den "Kühlschrank", kann er seinen Körper ungefähr 10% länger an der anaeroben Schwelle belasten.

Unangenehm soll der Aufenthalt in diesen Kammern nichts ein, es wird verglichen mit dem Verlassen einer Sauna in den Schnee. Die trockene Kälte ist dabei auch völlig ungefährlich, der Sportler muss sich nur an bestimmte Vorgaben halten. Körper und Haare müssen trocken sein, sonst brechen die Haare und es kann zu Verbrennungen kommen.

Von Oliver Kahn ist überliefert, dass er nach einem Spiel gerne in einen Behälter mit Eiswasser gestiegen ist. Dies diente aber in erster Linie zur Schmerzreduzierung und ist nicht ganz ungefährlich, wenn man es übertreibt. Ein Ganzkörper-Kühlpack .... für ganz coole Typen.

Übrigens, es ist sinnlos deine Spieler vor einem Spiel abwechselnd in die Tiefkühltruhe zu stecken, es ist nicht kalt genug ;-)



Uwe Bluhm


Quellen:
www.faz.net