Kindertraining - Organisationsfehler und Lösungen

F. Übungserklärung

Keiner hört gern lange zu!

Erkläre einfach

Der Trainer erklärt einen Übungsablauf: "A passt auf B, B dribbelt, passt und läuft zu C...." Damit können Kinder nichts anfangen.

Gute Vorbereitung aufs Training

Starte mit der Übung ohne große Erklärung. Jedes Kind kennt aus dem Fernsehen die Superzeitlupe, versuche es einmal damit. Die Kinder haben Freude daran.

G. Schwierigkeitsgrad

Der nervige Trainer!

Anspruchsvolles Training

Die geplante Übung ist zu komplex fürs Team, der Trainer will zu viel. Damit ist niemanden geholfen. Die Kinder kommen nicht in Bewegung und der Coach ist genervt.

Training von einfach bis schwer

Beginne bei Kindern immer mit einer einfachen Einleitung. Anfangen, nicht erst lange erklären! Durch den einfachen Start, kann die Bewegung sofort beginnen und die Kinder haben schnell ein Erfolgserlebnis. Auf Soccerdrills.de haben wir die Übungseinheiten entsprechend eingeteilt, viele haben als Einstieg in die Übung ein "Einfach" und lassen sich dann ausbauen.

Steigere den Schwierigkeitsgrad langsam, indem die Übungsfelder verkleinert werden, die Anzahl der Kinder reduziert wird, die Laufwege ausgebaut/verändert oder mehr Bälle hinzugenommen werden. Häufig können auch zusätzliche Abwehrspieler Übungen intensivieren, zunächst passiv, dann halbaktiv bis zum Attackieren in Wettkampfform.

Übungen, die viele Bewegungsformen und technische Elemente haben, sind eine hervorragende Methode, um die koordinativen Fähigkeiten zu verbessern. Wiederholungen, gerade bei koordinativen Bewegungen, lieben die Kinder. Der Trainer sollte dies ausnutzen, und technische Übungen immer wieder anbieten. Die Übungen können sich dabei in der Ausführung unterscheiden, nur der technische Anspruch ist identisch.

H. Zeitdruck

Trainingsstress!

Trainingsplan einhalten

Der Trainer ist immer gut vorbereitet und möchte seinen Trainingsplan konsequent durchziehen. Das ist falsch, weil Übungen mehr Zeit beanspruchen können, als geplant war. Nicht jeder Tag ist gleich und so wird es Trainingseinheiten geben, die nicht reibungslos funktionieren.

Zielsetzung im Training

Jeder Trainer sollte Zielvorgaben haben, diese sind aber über einen längeren Zeitraum zu erreichen und nicht von einem Training abhängig Ein Trainer bleibt immer geduldig, denn es ist besser eine Übung zu perfektionieren, als fünf Übungen unter Zeitdruck abzuhaken. Es kommt auf die Klasse an, nicht auf die Masse der Trainingsinhalte. Jeder erfahrene Trainer kann schnell auf veränderte Situationen reagieren und variiert oder streicht geplante Übungen.

I. Leistungs- und Positionstraining

Schublade auf, Kind rein!

Leistungstraining im Fußball

So ganz kann ich dann doch nicht vor Fehlern im Trainingsinhalt lassen, jedenfalls am Rande. Denn diese Fehler behindern auch die Trainingsorganisation. Trainer teilen im Gruppentraining die Kinder oft nach Leistungsstärke auf, damit jedes Kind optimal gefördert wird. Stures Positionstraining ist auch immer wieder im Kindertraining anzutreffen. Kinder, die in der Abwehr spielen, werden bei Übungen auch als Verteidiger eingeteilt, der Torwart ist und bleibt auch im Training Torwart. Also bereit sich der Coach ständig auf ein Training für unterschiedliche Leistungsmerkmale und verschiedene Spielpositionen vor. Dies ist nicht nur ein riesiger Erklärungsaufwand und damit Zeitverlust, es ist im Trainingsablauf auch nicht mehr ausreichend zu kontrollieren.

Fehlen bestimmte Kinder beim Training, können geplante Übungen können nicht mehr ausgeführt werden, weil der Ausbildungsstand bei den Kindern unterschiedlich ist. Der Trainer muss organisatorische Änderungen ausführen, die den Trainingsfluss behindern.

Organisiere Dein Training gut

Die Gruppeneinteilung nach Leistungsvermögen lässt sich nicht immer vermeiden, sollte aber selten erfolgen. Die Kinder merken schnell, dass sie nach Leistungsvermögen aufgeteilt werden und damit kann schnell die Trainingsmotivation sinken. Ein Kind, das sich "schwach" eingestuft fühlt, wird schnell keine Freude mehr am Vereinsfußball haben.

Eine Vision des Trainers wäre, die Kinder alle auf den gleichen Leistungsstand zu bringen, erst dann ist eine optimale Ausnutzung der Trainingszeit gegeben. Dies ist unmöglich, aber ein guter Trainer verzichtet, wo immer es geht, auf diese Aufteilung.

Die Differenzierung nach Spielposition verstößt schon im Ansatz gegen die Grundsätze der optimalen Trainingsgestaltung. Der moderne Fußball verlangt eine vollständige fußballerische Entwicklung der Kinder, nicht nur als Angreifer oder Verteidiger. Hierzu gehört auch und gerade der Torwart, der immer wieder im Feld spielen muss. "Rotation" ist das Zauberwort im Kinderfußball. Jeder trainiert und spielt auf sämtlichen Positionen. Keine Spezialisierung auf Positionen im Kinderfußball. Den Kindern darf nicht die Möglichkeit genommen werde, sich frei zu entwickeln.